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"Von Leeze und Liebe"

Bausteine für einen Gottesdienst
zum Auftakt der Aktionswoche zur Nachhaltigen Mobilität


1. Sonntag nach Trinitatis
22. Juni 2014

Zum Predigttext: 5. Mose, 6, 4 – 9.

Das „Höre Israel“ ist einer der wichtigsten Texte des Judentums. Es gehört zu den „Gründungstexten“ des Judentums und ist bis heute  im religiösen Alltag tief verwurzelt. Das „Schema Jisrael“ soll zweimal täglich bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang gesprochen werden und damit den Tagesablauf  eines frommen Juden bestimmen. Bis heute befindet sich an jedem Türpfosten eines traditionellen jüdischen Haushalts die „Mesusa“ – das  „Höre Israel“ eingerollt und verschlossen in einem kleinen Behälter.
Es geht im Predigttext um den Kern des Glaubens an den Schöpfergott als umfassenden Lebensvollzug in einer stetigen Abfolge von Erinnerung, Einübung und Vergewisserung. Gottesliebe zeigt sich in der Praxis, die wiederum stetige Vergewisserung braucht.

Hören – weitergeben – zur Praxis werden lassen – sich immer wieder erinnern.


Faszinierend ist die „Ganzheitlichkeit“ des Textes, der Einbezug aller Sinne.  Hier finden sich  Anknüpfungspunkte zur Aktualisierung im Blick auf eine nachhaltige Mobilität.

  • mit Herz und Verstand. „Herz“ bezeichnet in der hebräischen Bibel immer auch den Sitz des Verstandes.
  • von ganzer Seele. (nefesch = Seele, Atem, Kehle). Die „Bibel in gerechter Sprache“ übersetzt m.E. passender: „mit jedem Atemzug“. Die geschenkte und unverdiente Lebenskraft des Atems steht für das  geschenkte Leben.  Seinen Atem bewusst wahr zu nehmen ist  Basis aller Meditationsübungen.
  • Mit aller deiner Kraft: Die Antwort des Menschen, vielleicht auch entlastend: mit der Kraft, die dir geschenkt ist und dir aktuell zur Verfügung steht – nicht mehr und nicht weniger.

Anknüpfungspunkte können auch die „Denkzeichen auf deiner Hand“, die „Merkzeichen auf der Stirn“ und die „Türpfosten“ sein. Verhaltensänderung braucht „Marker“ im Alltag als stetige Erinnerung und als Aktivierung aller Sinne.  Solche Marker im Alltag zu finden und zu etablieren, die helfen schöpfungsverantwortlicher zu leben und das Verhalten in Richtung nachhaltigerer Mobilität zu ändern,  ist ein Pfad zur Aktualisierung des Predigttextes.

Nachhaltige Mobilität:
Zur Konkretion sollten Beispiele und Bewegungsformen aus dem jeweiligen Umfeld der Gemeinde gewählt werden.
Die Seite www.ekd.de/agu/mobilitaet bietet Beispiele aus den Bereichen Fuß, Fahrrad, ÖPNV, Auto (z.B. Mitfahrportale) und Bus (z.B. Bürgerbusse).
„Leeze“ ist im Münsterland eine Bezeichnung für das Fahrrad. Es entstammt dem Masematte, einer „Geheimsprache“ der fliegenden Händler und Hausierer in Münster, die eine Vielzahl jiddischer Worte aufgenommen und verfremdet hat.
Ein Ziel des Gottesdienstes könnte es sein, zu ermutigen, das Fahrrad öfter auch für längere Strecken zu nutzen ( die durchschnittliche Fahrstrecke beträgt 2-5 Kilometer), oder auf e-bikes und Pedelecs hinzuweisen, um auch bei schwindenden Kräften im Alter weiterhin fahrradmobil zu bleiben oder längere Strecken müheloser radeln zu können.
Lokale Kooperationspartner wie z.B. den ADFC einzubinden, empfiehlt sich.

Liedvorschläge:
EG 503, 1,2,8,14; 436; 677; 395

Gebet:
Gott, du Schöpferin des Lebens,
mit jedem Atemzug spüre ich deine Liebe
mein Herz geht auf, wenn ich mich in deiner Schöpfung bewege
und es ist verzagt, wenn ich das Ausmaß der Zerstörung deiner Schöpfung sehe.
Schenke mir mit jedem Atemzug die Kraft, meinen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung zu leisten.
Lass mich nicht müde werden, die Zeichen deiner Gegenwart in der Schöpfung zu suchen und zu finden.
Gott, wie ein Vater und eine Mutter für mich,
mein Herz und mein Verstand suchen dich,
lass mich mit all meinen Sinnen empfänglich bleiben für die Schönheit deiner Schöpfung und für meine Verantwortung, sie zu erhalten.

Amen!

Links

Weitere Anregungen und und Impulse für Predigten rund um die Themen Umwelt, Klima, Bewahrung der Schöpfung etc. auf der Internetseite
www.nachhaltig-predigen.de

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